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Uncategorized - Sunday, April 5, 2009 9:29 - 1 Comment
Kulturschock Unternehmenspraxis? Was passiert, wenn die Net Generation auf die Arbeitswelt trifft?
Andrea Back und Matthias Rohs haben mich gebeten fuer ihr spannendes o.g. Thema auf dem Blog Carnivals etwas zu schreiben. Hier mein Versuch.
Ich habe mich in den letzten 2 Jahren sehr intensiv mit den Digital Natives auseinandergesetzt, eng mit einigen zusammen gearbeitet (z.B. auf DNAdigital oder auch hier bei der SCOPE) und mit etlichen Experten (Don Tapscott, Grown uo Digital, Urs Gasser, Die Digital Natives, Mimi Ito, Digital Youth Project, Howard Rheingold, The Social Media Classroom, u.a.) zu diesem Thema gesprochen. Tja, was passiert?
3 Thesen dazu (wobei es zu jeder These sicherlich mehr zu sagen gaebe, aber ich habe es bewusst knapp gehalten):
Meine erste These ist, dass wir in den Unternehmen in den kommenden Jahren ein Nebeneinander von “herkoemmlichen” Fuehrungs- und Arbeitsmethoden und den “neuen, collaborativen” Techniken sehen werden. Und ich schreibe ganz bewusst “Techniken”, denn solange es eben Techniken sind, werden sie KEINE oder nur bedingt Veraenderung herbeifuehren. Erst wenn aus der Technik Unternehmenskultur wird und die Werte, die mit diesen neuen Kollaborationstools verbunden sind auch in den Koepfen und Arbeitsweisen der Menschen fest verankert sind, erst dann werden wir nachhaltige Veraenderungen in den Unternehmen sehen. Dazu muessen beide “Gruppen” sich austauschen und es muessen Experimentierfelder in den Unternehmen entstehen. Wir werden ganz klar Parallelwelten in den Unternehmen sehen, die sich hoffentlich gegenseitig befruchten. Und je schneller und effektiver dieser Austausch stattfindet, die Experimentierfelder eingerichtet sind, desto schneller ist das Unternehmen fit fuer die kommenden Herausforderungen!
Des Weiteren glaube ich, und das waere meine 2. These, dass die Unternehmen erfolgreich sein werden, die den Wechsel von CHAOS (= primaer verbunden mit kollaborativen Tools, crowd sourcing …) und Linie (= eher klassische Fuehrung) reibungslos hinbekommen. CHAOS dort wo Innovation gefragt ist, Linie dort, wo es um die Durchfuehrung und konkrete Umsetzung der Innovation geht.
Ich glaube nicht, und das waere These 3, dass wir weniger Hierachie in den Unternehmen sehen werden, sondern wir werden Hierachie gemischt mit Matrixorganisation sehen - das System Unternehmen wird komplexer werden. Mitarbeiter werden bedingt durch diese neuen Tools und den damit einhergehenden Veraenderungen Verantwortung und Zustaendigkeit neu definieren.
Dies alles will heissen, dass nicht nur die Entscheider in den Unternehmen von den Digital Natives lernen koennen, sondern auch umgekehrt: Die Digital Natives koennen auch oder gerade von den Entscheidern lernen. Die Tatsache der spaeten Geburt und die oftmals damit einhergehende Internetaffinitaet macht aus dem Digital Native noch lange keinen erfolgreichen Unternehmer. Erst wenn zu dem selbstverstaendlichen Umgang mit diesen kollaborativen Tools die Erfahrung und Faehigkeit der Bewertung von Alternativen dazu kommt - und das ist etwas, das Entscheider in Unternehmen i.d.R. sehr gut beherrschen - dann kommt Musik ins Spiel.

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