Experteninterviews - Written by ulrike on Wednesday, August 25, 2010 9:14 - 16 Comments
Thomas Sattelberger und Prof. Peter Kruse über Enterprise 2.0
Thomas Sattelberger, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Deutschen Telekom AG und Prof. Dr. Peter Kruse, Geschäftsführer der nextpractice GmbH haben sich im July zu einem mehrstündigen Gespräch zum Thema “Enterprise 2.0 meets HR” getroffen. Die Ergebnisse der Gespräche werden nun auf einer OnlinePlattform unter HR´lern diskutiert. Wenn Sie mit diskutieren möchten und in einem Unternehmen im Bereich HR tätig sind, dann senden Sie bitte eine Email an
ulrike[at]ulrikereinhard[dot]com
Wir lassen Ihnen dann eine Einladung zukommen.
Das unten angefügte Video fasst die Highlights des Gespräches zusammen.
Um gleich mit einer Überraschung zu beginnen: für beide sind die Ideen hinter dem heutigen Konzept des Enterprise 2.0 im Kern eigentlich “alter Wein in neuen Schläuchen”:
Die Vernetzung von Mitarbeitern inner- und außerhalb des Unternehmens, das Ermöglichen intensiver Kollaboration und ungehindertem Wissens- und Informationsaustausch zählen schon immer zu den Kernthemen der Personalarbeit, auch wenn sie im Unternehmensalltag noch allzuoft nicht die nötige Beachtung finden.
Mit dem Web 2.0 ist nun aber in den letzten Jahren ein technischer Treiber entstanden, durch den die alte Idee der Vernetzung zur Nutzung der kollektiven Intelligenz relevanter wird denn je. Ein altes Thema der HR`ler rückt somit in Unternehmen in den Mittelpunkt strategischen Handelns. Der Druck auf die Systeme wächst, niemand kann es sich mehr erlauben, das Thema zu ignorieren.
Zu den Personen:
Thomas Sattelberger, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Deutschen Telekom AG. Seine Karriere führte ihn - stets im Personalbereich - von Daimler über MTU, DASA, Lufthansa und Continental. 2007 kam er als Personalverantwortlicher in den Vorstand der Deutschen Telekom AG. Er gilt als einer der “innovativsten Personalführer” und treibt heute den Wandel der neuen Telekom konsequent für 260.000 Mitarbeiter weltweit voran.
Professor Peter Kruse, Honorarprofessor für Allgemeine und Organisationspsychologie an der Universität Bremen sowie Geschäftsführer der Nextpractice GmbH widmet sich in seinen interdisziplinären Forschungen vor allem der Nutzung von kollektiver Intelligenz zur Förderung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse. Besonderes Augenmerk legt der anerkannte Querdenker dabei auf die Auswirkungen der Netzwerkkultur auf die Gesellschaft.
16 Comments
Enterprise 2.0 begreifen | BLOGGERFORUM-WIRTSCHAFT.DE
Enterprise 2.0 als Turbolader « KLUGE.DE
[...] Hochinteressant, wie Enterprise 2.0 auf Human Ressources trifft. Weiter diskutiert wird dann aber leider hinter verschlossenen Türen. [...]
“In der politischen Philosophie entsprach der Bolschewismus dem Dialektischen Materialismus, in der ideologisch-politischen Bedeutung zunächst (bis 1924) dem Leninismus, später dann dem Marxismus-Leninismus” heißt es recht treffend bei Wikipedia. In ähnlicher Form hat man’s mir vor 30 Jahren im Politikstudium vermittelt.
Welch offensichtlich traumatische Erfahrung Herrn Sattelberger dazu gebracht hat, nun ausgerechnet Großunternehmen (z. B. die Telekom AG?!) als “die letzten bolschewistischen Organisationen” zu bezeichnen, erschließt sich dem geneigten Zuhörer nicht. Sachlich, inhaltlich ist’s einfach nur Unsinn. Warum geraten bloß so viele durchaus intelligente Menschen aufs Glatteis, wenn es um die Verwendung politisch-historischer Begriffe geht?
>für beide sind die Ideen hinter dem heutigen Konzept des Enterprise 2.0 im Kern eigentlich “alter >Wein in neuen Schläuchen“
Das stimmt nicht und das behauptet auch keiner der beiden. Sattelberger sagt „Das Netz ist ein willkommener Beschleuniger dessen, was gute Menschen schon immer wollten.“ Das heißt, „das Netz“ ermöglicht endlich das, was Visionäre vielleicht schon länger gerne gehabt hätten, aber bisher nicht umgesetzt war. Das ist eine völlig andere Aussage.
Ich finde es bemerkenswert, dass zwei solche „Experten“, die zudem auch noch sichtbar stolz auf ihr Alter und ihre Erfahrung sind („da muss man erst in unser Alter kommen“) derart respektvoll und kontinuierlich von „dem Netz“ sprechen als wäre „da draußen“ eine fremde Macht. Diese Art alles was an das Web 2.0 erinnert zu einer Art Black Box zusammen zu werfen und dann in die Glaskugel (von der beide bezeichnenderweise ja auch sprechen) zu schauen und zu mutmaßen schadet aus meiner Sicht dem ganzen Web2.0-Gedanken mehr, als dass es ihm nutzt. Ist ja schön, wenn beide vom Potential des Web 2.0 überzeugt sind. Aber warum handelt Sattelberger dann nicht danach? Die T-Com hat sich zuletzt ja nicht unbedingt dadurch hervorgetan, dass man die Mitarbeiter dabei unterstützt, das Web 2.0 für sich zu nutzen.
Nicht verstanden habe ich die Aussage von Prof. Kruse: „Der Nachfrager wird mächtiger als der Anbieter – das ist eine völlige Umkehr der Regelwerke.“ – Achja? VWL neu erfunden? Hatten wir bisher nur Monopole in Dtl. oder wie muss man das verstehen?
P.S.: Dass jetzt in einem geschlossenen Forum weiterdiskutiert wird ist sowas von 1.0 … ![]()
Thomas Sattelberger und Prof. Peter Kruse über Enterprise 2.0 | CIPPool
[...] Ulrike Reinhard, SCOPE/ 09, 25. August 2010 [...]
Martin Schön
wenn es denn nun alles gut und auf dem richtigen Weg ist, können die Herren ja noch ein bisschen weiter diskutieren, was sollte ich da noch mittun?
Enterprise 2.0 trifft HR – Social Workplace
[...] (via) [...]
Zwei alte Herren OHNE Botschaften … *schade*
Moin Ulrike, was für ein wunderbares Interview!
Dein Kommentar Alexander sagt mir am meisten zu, da steige ich gleich mal ein! ![]()
Das mit der Glaskugel hatte ich nur als Nebenkommentar wahrgenommen, ich finde das Prof. Kruse mit Aussagen wie “die innere Logik der Netze arbeitet gegen eine ideologische Vereinheitlichung” voll in seiner Kernkompetenz ist und das ein Thomas Sattelberger dann solch kritische Punkte aufgreift ist in meinen Augen bemerkenswert. Ich habe ihn vor einigen Wochen auf einem Mitgliedstreffen der “Initiative zur selbst GmbH” getroffen und finde einige dort besprochene Punkte in diesem Video klar wieder. (Hatte hier etwas drüber gebloggt: http://bit.ly/bS60xo)
Ich denke ein Riese wie die Telekom ist auch ein heftiges Kaliber um derart grundlegenden Change Aspekte in Sachen E 2.0 von heute auf morgen zu erwarten. Ich denke da sind kleine Schritte in die richtige Richtung eine richtige Strategie. Revolutionen zu erwarten oder auszurufen hilft keinem. Der Schritt den beide bei Minute 06:40 zustimmend beschreiben trifft es sehr gut: “Die Tatsache das wir nach draußen hin, diese Netze intensivieren, erzwingt nach drinnen hin diese Art von Netzwerkkultur!”
Ich bleibe da ja Optimist, Change in Richtung Enterprise 2.0 ist möglich und HR spielt in meinen Augen eine Schlüsselrolle dabei!
[...] Gespräch über Enterprise 2.0 zwischen Thomas Sattelberger, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Deutschen Telekom AG, und [...]
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[...] Telekom hilft beispielsweise wirklich gute Projekte an den Start gebracht hat und auch in Sachen Enterprise 2.0 einiges auf die Beine gestellt hat bzw. stellt. Aber ich schweife mal wieder ab, kommen wir zurück [...]
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[...] des Web 2.0 auf die Unternehmenswelt von heute – der Dialog wird ausführlich auf der HR-Plattform Scope 09 diskutiert. Die Whoiswho-Bloggerin Ulrike Renate Reinhard präsentiert das Video auf ihrem [...]